| Paneldiskussion: Das Internet als Kommunikationsplattform |
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Bereits die Eröffnungsrunde gestaltete sich als ausgesprochen informativ. Die Diskussionsteilnehmer stellten die blühenden Entwicklungschancen ihrer jeweiligen Sparte vor. Durch die Bank waren alle der Meinung, dass Flexibilität in jedem Marktsegment unabdingbar sei und bleiben würde. LinkedIn beispielsweise werde sich in Zukunft mehr denn je auf das „Job Matching“ und „Referrals“ konzentrieren. Michael Brehm prognostizierte einen Gesinnungswandel gegenüber sozialen Netzwerken, wie studiVZ, Facebook und Konsorten. Sähen gerade ältere Menschen diese Angebote heute noch eher mit gemischten Gefühlen, würden sie diese Bedenken in Zukunft ziemlich sicher ablegen. Schließlich vollzog sich bei anderen ehemals neuen Medien wie Radio, TV und dem Internet an sich, die gleiche Entwicklung. „Research online, buy offline“ – trotz des zunehmenden Angebots an Onlinekaufhäusern sagt Kaufda-Gründer Christian Gaiser voraus, dass der Kern des Konsumgeschäfts weiterhin offline geschehen werde. Mit seiner Firma versucht er auf dieser Welle zu reiten. Auf die Frage des Moderators, ob sich in Zukunft ein einziges, allumfassendes soziales Netzwerk herauskristallisieren werde, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: eine solche Unitarisierung werde wohl nicht stattfinden, da viele User wohl gerade auch die Möglichkeit schätzen, in jeder Community ein individuelles Profil zu erstellen. Wieso sollte ich nur eine online-Persönlichkeit haben, so drückte Christian Vollmann es aus. Zwangsläufig müsse weiterhin eine Unterscheidung zwischen geschäftlichem und sozialem Leben vorhanden bleiben, bestätigt Kevin Eyres aus persönlicher Erfahrung. „We’re becoming much more casual.“ Gewisse Interaktionsstrukturen und ein zwangloserer Arbeitsstil lassen sich bei der Internetgeneration erkennen. Zum einen resultiere das in erleichterten Arbeitsbedingungen, zum anderen führe das jedoch auch dazu, dass eine Verständigungslücke zwischen der Internetgeneration und dem älteren Jahrgang entstehe. Kevin Eyres sagt, dass sich dieser Gap mit der Zeit auflösen werde, aber dann durch einen neuen Gap, der durch den stetigen Fortschritt verursacht werde, ersetzt werde. Auch Politik werde zunehmend im Internet gemacht. Zur Verdeutlichung wagt Kevin den Vergleich zwischen Obama und Kennedy, indem er sagt, dass Obama das Internet für sich gewonnen habe, wie Kennedy damals das Fernsehen. Das Verständnis, dass soziale Medien bei vielen Menschen heutzutage bereits ein integraler Bestandteil des Lebens sind, habe in großem Maße zu seinem Erfolg beigetragen. Brehm ergänzt, dass die Piratenpartei zeige, wie man durch die kluge Verwendung des Internets aus dem Nichts quasi über Nacht immensen Zuspruch erhalte. Auch bei den möglichen Finanzierungsmethoden glänzten die Teilnehmer durch ihr exzellentes Fachwissen. Diversifikation sei der Schlüssel zum finanziellen Erfolg. Nur auf Werbeanzeigen zu setzen sei bei der derzeitigen Preisentwicklung falsch. „Freemium“ sei das Erfolgsrezept. Dieses Hybrid-Modell aus kostenlosem und Premiuminhalt ermögliche langfristige finanzielle Sicherheit. Mit großem Interesse wird somit die Entwicklung der Sunday Times beobachtet, die in der kommenden Woche auf „paid content“ umsteigen wird. Christian Gaiser zeigt sich diesbezüglich besonders kritisch: „Wenn du jemandem einmal etwas gegeben hast, kannst du es nicht mehr nehmen.“ Doch gehört die Zukunft den StartUps? Sicherlich werden die StartUps die großen, etablierten Unternehmen keinesfalls ohne weiteres vom Markt verdrängen, jedoch durch ihre disruptive Kraft immer wieder für Neuerungen sorgen. Außerdem sind sie durch ihre Schnelligkeit und Flexibilität perfekt für das Internet geschaffen – gerade für die Nischenmärkte, die sich im Internet immer zuhäufe auftun. Zusammenfassung von Jochen Hartmann |






Lebhaft diskutierten Kevin Eyres (LinkedIn), Michael Brehm (ex-studiVZ & Business Angel), Christian Vollmann (MyVideo, edarling) und Christian Gaiser (kaufDA) unter der professionellen Leitung von Dr. Dr. Alexander Görlach (The European) über die Zukunft des Internets als Kommuniktionsplattform.