| Redebericht Dr. Johannes Ziegler |
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Auch die Entscheidung über den Wohnort war bewusst. So sieht der Wahl-Kalifornier auch heute noch gravierende Unterschiede zwischen seiner alten und seiner neuen Heimat:
Zunächst wäre da die grundsätzlich positivere Einstellung der Amerikaner zu nennen. Hätten die Bewohner des Silicon Valley den Blick nach vorn, so hätten die Deutschen vor allem den für die Bedenken. Neu und ungewohnt für ihn war zudem, dass die Unternehmer im Silicon Valley sich ihren Projekten wirklich mit Leib und Seele verschrieben. Die Trennung von Beruf und Privatleben gehöre dort eben nicht zum guten Ton. So eckte er zu Beginn seiner Zeit im Silicon Valley oft an, wenn er – typisch deutsch - bei privaten Gesprächen eben nicht vom Geschäft reden wollte. Mittlerweile bindet er sogar seine Familie mit in die Arbeit ein: Die Meinung seiner jungen Tochter beispielsweise habe sich bei der Einrichtung und Weiterentwicklung seiner neuen Edutainment-Plattform für junge Mädchen des Öfteren als nützlich erwiesen. Eng verknüpft mit der posiveren Einstellung sei auch die Fähigkeit, in Problemen Chancen zu erkennen. Ein Beispiel hierfür sei der Lending Club, der es Privatpersonen ermöglicht, abseits des Banksystems direkt Geld zu verleihen und Kreditnehmern niedrigere Zinssätze und Kreditgebern eine höhere Rendite bietet. Ein weitere Unterschied zwischen Deutschland und dem Silicon Valley sei auch die grundsätzlich andere Einstellung zu Risk & Reward. Sähe man in den USA Scheitern auch als Auszeichnung und wertvolle Erfahrung, die erst zum Erfolg befähigt, so fehle in Deutschland diese „Steh auf“-Mentalität. Im Gegenteil, hierzulande würden gescheiterte Gründer meist als Versager stigmatisiert. Zudem sei es im Silicon Valley auch einfacher an Kontakte zu kommen, schon alleine da die Dichte an Gründern so hoch ist. Networkingtechnisch könne man sich das Silicon Valley als permanentes IdeaLab! vorstellen – überall gäbe es Anregungen und Leute, mit denen man gemeinsam etwas aufziehen könne.
Doch trotz alledem sei auch das Sillicon Valley nicht mehr ganz das, was es einmal war. So leicht und schnell wie früher im Dotcom-Boom komme man heute nicht mehr an Kapital und die ganz großen Exits gehören schon lange nicht mehr zur Tagesordnung. Zudem sei das Leben im Sillicon Valley um einiges tougher als viele Deutsche denken würden. Das gelte besonders fürs Networking: An Kontakte und Gespräche komme hier nur der, der auch selbst etwas zu bieten hat. Überhaupt sei das Sillicon Valley zwar einzigartig, gekocht werde aber auch dort nur mit Wasser. Dr. Ziegler weiß, wovon er spricht: Noch vor kurzem glaubte er wie auch viele seine Nachbarn im Silicon Valley an den „Werbeetaterhaltungssatz“,wonach der Betrag für Werbeausgaben quasi fix sei und nun eben von den alten Medien ins Internet wandere. Deshalb setzte er damals wie viele andere auch für seine Plattformen miaplaza und miafiesta auf Werbefinanzierung. Heute weiß er es besser: Sein neues Edutainment-Portal alwaysicecream, das speziell auf junge Mädchen zugeschnitten ist, baut ganz auf paid content und damit auf Eltern, die bereit sind, ihren Töchtern Premium-Accounts zu bezahlen.
Zusammenfassung von David Appold |






Life & Style – so lautet das Motto des diesjährigen IdeaLab!. Doch wie sieht eigentlich der Lifestyle eines Unternehmers aus? Einer, der es wissen muss, ist Dr. Johannes Ziegler: bereits seit 15 Jahren lebt er im Mekka aller Gründer – im Silicon Valley. Die Entscheidung für den Gründer-Lifestyle traf er dabei ganz bewusst: Als promovierter Stanford-Absolvent und ehemaliger McKinsey-Berater hatte er auch Einblicke in die akademische Welt und in die der Consultants.