Von Kalifornien nach Vallendar – IdeaLab! verbindet Welten

Vom Surferparadies Kalifornien nach Vallendar – was kann Grund genug sein diese seltsame Reise am 9./10. Oktober anzutreten? Graues, nebeliges Wetter und doch eine Stimmung, die trotz allen Wolken die Sonne über dem Campus der WHU-Otto Beisheim School of Management erstrahlen ließ. Das Idea-Lab 2009 war ein voller Erfolg und schaffte es wiedereinmal, sich selbst zu übertreffen. Dieses Jahr erschien der größte studentisch organisierte Gründerkongress Deutschlands zunehmend international und neben Rednern wie Ram Srinivasan, Kevin Eyres und Constantin Bjerke, waren auch unter den Teilnehmern einige Weitgereiste anzutreffen. Eine von diesen war Lina Chong, eine junge ambitionierte Master in Business and Law Studentin der Buscerius Law School, die eigentlich aus Kalifornien stammt und sich ersteinmal an das deutsche Regenwetter gewöhnen muss. Durch begeisterte ehemalige Teilnehmer des Idea Labs im Freundeskreis motiviert, machte sie sich zusammen mit ihrem Freund Axel Hackbarth, Ph.D Student an der TU Hamburg, auf den Weg von Hamburg nach Vallendar. Beide haben Gründungsambitionen und Axel fügt hinzu „Idea-Lab! gibt einem zusätzlichen Ansporn dazu, es zeigt, dass so etwas tatsächlich funktionieren kann und motiviert einen immens!“.

Seit März 2009 arbeitet Lina neben ihrem Studium für einen Business Angel aus San Francisco und weiß, dass eine Investition in ein Start-Up sehr viel mehr wert ist, als in schon etablierte Unternehmen, da man Teil eines spannenden Projektes werde hinter dem harte Arbeit, Kreativität und Passion steckten.

Lina und Axel möchten beide selbständig sein, etwas anderes machen – egal was andere dagegen sagen: „Genau wie Ram Srinivasan in seiner IdeaLab! Rede gesagt hat, man darf nicht aufgeben. Das Risiko macht das Leben eben erst lebenswert!“. Als Tochter koreanischer Eltern ist Lina multikulturell aufgewachsen und lernt nun seit Juli diesen Jahres Deutschland als interessantes neues Land kennen. Unterschiede zu den Vereinigten Staaten sieht sie vor allem in der hohen Risikoaversität der Deutschen: „Ihr habt doch ein sehr gutes Sicherheitsnetz in der BRD, die Deutschen sollten mehr Risiko wagen! Es gibt starke internationale Konkurrenz, zum Beispiel aus dem Silicon Valley, und in diesem Wettkampf müsst ihr mithalten können. In den USA sind die Menschen weitaus risikofreudiger, trotz des fehlenden Sichterheitsnetzes.“

Axel und Lina bringen eine der Hauptaussagen, die sie vom IdeaLab! 2009 mitgenommen haben auf den Punkt: „Habe blauäugigen Optimismus“ oder „the cup’s always half full not half empty“, wie man in Amerika zu sagen pflege.

Besondere Wichtigkeit bei der Gründung sprechen beide einem gewissen Verständnis des eigenen Produktes zu. „Man muss über eine Bandbreite an Wissen verfügen, eine Spezialisierung auf nur ein bestimmtes Thema ist da falsch. Sobald man einen zu spezialisierten Menschen aus seinem Fachgebiet herausholt ist er nicht mehr brauchbar! Mein Ziel ist es unter anderem immer noch genug Fähigkeiten zu haben, um auf einer einsamen Insel überleben zu können.“ so Axel und Lina ergänzt: „Man darf auch keine Angst haben gegen die Norm zu gehen! Viele Kinder nehmen heutzutage die Schule viel zu ernst – das spätere Leben ist nuneinmal kein Schulbuch. Bill Gates beispielsweise hat sein Studium abgebrochen!“. Sie selbst war auch immer ein Mensch, der seine Ideen sofort in die Tat umgesetzt hat und so besaß die Kalifornierin schon mit 16 ihr erstes kleines Unternehmen als Absatzmittlerin von Nischenzeitungen.

Was sie an Deutschland sehr schätzt, ist die Möglichkeit und die Wichtigkeit zahlreiche Praktika zu absolvieren. In den USA sei dies viel weniger der Fall und sie habe ihren ehemaligen Professoren der UC Riverside schon davon berichtet. Zudem seien die Deutschen hervoragende Arbeiter, vor allem Ingenieure würden hier über eine weitaus bessere Schulung verfügen.

Das IdeaLab! sei sehr gut, um neue Leute auch aus verschiedenen Fachebreichen kennenzulernen. Lina selbst würde gerne mit einem ausländischen Partner gründen, denn man müsse die verschiedenen Märkte wirklich verstehen, um auf ihnen effizient agieren zu können. Genau dies fehle den Silicon Valley Start-Ups, beispielsweise verfehlte Google seine Ziele in China einfach aufgrund fehlender Marktkenntnisse. „Hier auf dem IdeaLab! trifft man auf so viele neue offene Menschen, es erweitert wirklich den Horizont. Die Atmosphäre ist sehr entspannt und überhaupt nicht steif und erinnert sie an einen kleinen Gründerkongress in San Fransisco auf dem auch alle in Jeans und Turnschuhen auftauchten. Immer auf dem Boden der Tatsachen bleiben ist wichtig!“. Außerdem sei der WHU-Spirit überall spürbar, die Studenten seien sehr motiviert, business like, voller Ambitionen und ehrgeizig.

Lina würde gerne ein deutsches Silicon Valley sehen, die richtige Einstellung sei schon gegeben. „Ich kann mir gut vorstellen, dass es hier an der WHU entstehen wird, denn sie ist ja schon die Universität für Gründer in Deutschland, ähnlich wie Stanford in den USA das Silicon Valley mit Gründern versorgt.“

Abschließend erklären Axel und Lina, dass die Organisation des diesjährigen IdeaLabs! fantastisch gewesen und wohl kaum zu übertreffen sei. „Fest steht, dass wir beide nächstes Jahr wieder am IdeaLab! teilnehmen werden, wir waren sehr begeistert. Vielen Dank für ein einmaliges und unvergleichliches Erlebniss!“.

Am Samstagabend ging es dann für die beiden wie für alle anderen auch zurück nach Hause und langsam kehrte wieder Ruhe in das beschauliche Vallendar ein. Nur in den Köpfen des IdeaLab! Teams brodeln schon jetzt die Ideen und Vorbereitungen für 2010 – das Jahr in dem das IdeaLab! endlich sein zehnjähriges Jubiläum feiern kann. Grund genug und Anzeichen dafür, dass auch das IdeaLab! 2010 wiedereinmal ein Gründerkongress der Spitzenklasse werden wird!

Julia Hartmann

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