Podiumsdiskussion: “Deutschland – Land der Pioniere?!”

Gleich im Anschluss an Lukasz Gadowskis Vortrag fand die Podiumsdiskussion des IdeaLabs!2008 statt, die sich um folgende Frage drehte: Deutschland – ein Land der Pioniere? Als Teilnehmer der diesjährigen Diskussion standen Oliver Samwer, Dr. Johannes Ziegler, Oliver Jung und Julia Kleine (Focus Online) Rede und Antwort. Moderiert wurde die locker gehaltene Diskussion von Robert Basic.

Zunächst äußerte sich der Investor Oliver Jung zu der aktuellen Pionier-Situation in Deutschland und stellte fest, dass ein gewisser Innovationsgeist früher in Deutschland stärker vorhanden war als heutzutage. Trotzdem sehe er nach persönlichem Empfinden Deutschland international auf Platz 2 im Innovationsranking. Dr. Ziegler fügte dem bei, dass noch eine große Lücke zu anderen Ländern bestehe, insgesamt befinde sich Deutschland jedoch auf dem aufsteigenden Ast. Oliver Samwer bestätigte diese Auffassung und erklärte anhand des Silicon Valley Beispiels, dass eine Unternehmerkultur nicht über Nacht entstehe, sondern ein längerer Prozess sei. Vorangetrieben werden solle dieser Prozess insbesondere dadurch, dass erfolgreiche Gründer vermehrt an Universitäten herantreten und Studenten Inspiration und Mut geben und somit die Unternehmerkultur in Deutschland fördern.

Insbesondere interessant für alle Zuhörer war das nächste Thema der Diskussion. Welche Eigenschaften muss ein Unternehmer haben? Herr Jung war der Meinung, dass Unternehmertum zu gewissen Maße angeboren sei. So seien Menschen, die längere Zeit in einem größeren Unternehmen gearbeitet haben nicht so häufig unternehmerisch tätig, wie beispielsweise Studenten, die sich ohne Umwege direkt auf die Gründung stürzen. Zudem betonte er, dass er sich als Investor viel mehr für die Menschen interessiere als für die Idee.

Oliver Samwer, welcher direkt nach dem Studium gegründet hatte, stimmte der Aussage zu, dass ein langes Verweilen innerhalb eines Unternehmens als Angestellter in der Regel hinderlich für eine Gründung sei. Darüber hinaus merkten die Teilnehmer an, dass Pioniere neben einer guten Idee noch dazu bereit sein sollten, ihre Ellbogen einzusetzen und über ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen verfügen sollten, da Gründer am Anfang auf viel Kritik stoßen. Als weitere Kerneigenschaft wurde die Leidenschaft für die eigene Idee bzw. für das eigene Tun genannt. Durch die Leidenschaft entstehe die Freude an der Arbeit, die wiederum hilft den beschwerlichen Weg der Unternehmensgründung am Anfang zu ertragen.

Gegen Ende der spannenden Diskussion stand die Frage, ob man seine Idee vor ihrer Realisierung öffentlich diskutieren sollte, im Mittelpunkt. Hierbei war Oliver Samwer der Meinung, dass „Offenheit gewinnt“ und Produktmodifizierung durch Kunden besser sei als die Idee geheim zuhalten. Auch die anderen Teilnehmer teilten diese Meinung. Zwar gebe es natürlich ab und zu Vorfälle von Ideenklau, jedoch lassen sich sehr viel mehr positive Beispiele finden was die vorzeitige Besprechung einer Idee betreffe, so Ziegler.

Als Abschluss der Podiumsdiskussion wurde dem Publikum die Möglichkeit gegeben den Teilnehmern selbst Fragen zu stellen. Die Möglichkeit wurde ausgiebig von den Studenten genutzt, die nochmals Themen wie Aufgaben der Universität für Gründungen sowie Vorrausetzungen für erfolgreiches Gründen aufgriffen.

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